Rucksäcke für Schneewanderungen und Schneeschuhtouren Aktuell

07
Okt

Rucksäcke für Schneewanderungen und Schneeschuhtouren

  • Autor: Schnee-Schuh.de

Sowohl im Winter bei Neuschnee, als auch im Frühling bei Tauwetter sind Schneeschuhwanderungen ein ganz besonderes Erlebnis. Man ist der Natur nahe, Atmet frische Luft und hält sich dabei auch noch fit. Gute Gründe um schneeschuhwandern zu gehen gibt es genug und die Vorteile überwiegen! Um beim Schneeschuhwandern den Kopf frei zu bekommen, und die Landschaft richtig genießen zu können, sind nicht nur bequeme Schneeschuhe, sondern auch ein richtiger Rucksack wichtig.

Der Rucksack sollte genügend Möglichkeiten bieten, um die Ausrüstung zu verstauen, dabei möglichst leicht sein und nicht von den Schultern rutschen. Denn was gibt es lästigeres, als bei einer Wanderung immer wieder den Rucksack zurechtrücken zu müssen? Das lenkt nur vom eigentlichen Erlebnis ab und kann manchmal sogar so ärgerlich sein, dass man seine nächste Wanderung komplett auslässt.

Ein bequemer Wanderrucksack sollte einige Kriterien erfüllen:

  • Der Rucksack sollte nicht zu schwer sein, da unnötiges, zusätzliches Gewicht die Wanderung erschweren kann. Lieber einen leichteren Rucksack mittragen und dafür mehr Höhenmeter zurücklegen!
  • Der Stauraum soll groß genug sein (zwischen 20 und 30 Liter Fassungsvolumen), damit auf keinen Fall auf das Mitführen der Notfallausrüstung verzichtet werden muss. Ein zu großer Rucksack soll aber auch vermieden werden, da dieser wiederum nur unnötiges Gewicht bringt.
  • Verschiedenste Befestigungsmöglichkeiten an den Außenseiten erleichtern den Transport der Schneeschuhe, der Lawinenschaufel usw.
  • Polsterungen erhöhen den Tragekomfort
  • Die Vorbereitung eines Trinksystems kann praktisch sein.
  • Praktische Handhabung und Tragekomfort sollten mit größerer Wichtigkeit behandelt werden, als das Design.
  • Wichtig ist vor allem, dass man sich vor der Anschaffung eines Rucksacks überlegt, wozu man ihn benötigt. Hobbywanderer werden nicht dieselben Ansprüche haben, wie Profibergsteiger.

Doch von der Bequemlichkeit mal abgesehen, wird auch die Sicherheit in den Bergen ein immer größeres Thema. Vor allem bei Schneewanderungen muss an einiges mehr gedacht werden!

Lawinengefahr

Abhängig von den vorangegangenen Wetterkonditionen kann es schon bei geringen Hangneigungen vermehrt zum Abgang von Triebschnee in Form von Schneebrettern und Lawinen kommen. Gerade an schönwetter Tagen im Frühling kann das Tauwetter zu gefährlichen Fließlawinen führen. Auch große Mengen Neuschnee erhöhen die Lawinengefahr. Vor allem für Personen, die sich mit Vorliebe abseits der Pisten bewegen, können diese Schneemassen ohne Sicherheitsvorkehrungen zum Verhängnis werden. Das Gefühl von Sicherheit sollte nicht zu kurz kommen, auch wenn man sich eine abenteuerliche Wanderung begibt. Man sollte gut vorbereitet sein! Deshalb ist es sehr ratsam immer (nicht nur bei Wanderungen, sondern auch beim Skisport) ein Lawinenverschüttetensuchgerät oder einen Peilsender dabei zu haben, wenn man sich in den Bergen aufhält.

Reicht das Mitnehmen eines LVS-Geräts als Sicherheitsvorkehrung?

Die Gefahr einer Lawine besteht darin, dass Menschen, die von einer Lawine erfasst wurden, komplett vom Schnee vergraben werden. Der Schnee legt sich wie eine feste Masse um den Körper der verschütteten Person. Durch diese Schneemasse kann kein Sauerstoff zu den Betroffenen gelangen, weshalb die Verschütteten schnellstmöglich gefunden werden müssen, um einer möglichen Erstickung entgegenzuwirken.

Die Zeit, die Sicherheitskräften oder Ersthelfern dabei bleibt, ist knapp berechnet: Meistens reicht der Sauerstoff für nur rund 15 Minuten. Ein Peilsender hilft auf jeden Fall beim schnelleren Auffinden Verschütteter. Diese gewonnene Zeit reicht aber oft nicht, da eine Lawine Unmengen an schwerem Schnee transportiert. Es kann es schon eine Weile dauern, bis man tief genug gegraben hat, um Verschüttete zu retten. Nicht nur die Tiefe sondern auch das Gewicht des Schnees zu heben ist eine Herausforderung.

Deshalb hier eine Liste an Dingen, die zur Lawinenausrüstung zählen und die bei einem Notfall Leben retten können:

  • LVS-Gerät
  • Eine Lawinenschaufel, um Betroffenen sofort Hilfe leisten zu können, indem man versucht sie auszugraben. Zusätzlich können Lawinenschaufeln auch praktisch sein, wenn es darum geht einen Unterschlupf zu bauen. Solche Schneeschaufeln gibt es in kleinen und handlichen Ausführungen, ideal zum Mitnehmen auf eine Wanderung.
  • Eine Lawinensonde kann zusätzlich zum LVS-Gerät helfen, die Lage und die genaue Tiefe des Verschüttungsopfers festzustellen.
  • Ein Avalanche-Ball, der durch eine Federung ausgelöst wird und in den Schneemassen auftrieb gewinnt. Hilft ebenfalls bei der Ortung Vermisster Personen. Der rote Avalanche- Ball bleibt an der Schneeoberfläche sichtbar und ist durch eine Schnur mit dem Opfer verbunden.
  • Ein Airbag Rucksack

Um die Sicherheit von Wintersportlern immer stärker zu garantieren, wird auf dem Gebiet sehr viel geforscht. Es werden dauernd neue Wege und Technologien entwickelt, welche die Menschen vor Lawinen schützen sollen. Eine dieser Erfindungen sind Lawinenrucksäcke.

Was sind Lawinenrucksäcke?

Lawinenrucksäcke sind Rucksäcke, in denen, ein Airbag eingebaut ist. Der Airbag fasst durchschnittlich 170 – 200 Liter. Wenn Wandernde eine Lawine auslöst, oder sich eine Lawine annähert, wird der Airbag ausgelöst. Ähnlich, wie bei einem Fallschirm, kann das durch das Auslösen einer Reißleine passieren. Beim Auslösen des Rucksackes wird innerhalb von 2-3 Sekunden der Airbag geöffnet und aufgeblasen. Dieser Luftsack kann es im besten Falle verhindern, dass Wandernde unter eine Lawine geraten.

Die Airbags gibt es in verschiedenen Formen, als

  • Monobag oder
  • Twinbag

 

Dadurch werden Rucksäcke vom einfachen Gebrauchsgegenstand zum praktischen Lebensretter erweitert.

Wie funktionieren Lawinenrucksäcke?/ Was ist der Paranusseffekt?

Wie genau ein Airbag das Verschütten verhindern soll scheint erst unklar. Eigentlich handelt es sich bei so einem Airbag aber um ein ganz einfaches, physikalisches Prinzip, welches der „Paranuss-Effekt“ genannt wird. Wenn sich mehrere Teilchen, die unterschiedlich groß sind gleichzeitig bewegen, werden die größten Teilchen wie automatisch nach oben getragen. Das Luftpolster hilft also, die Fläche der Person zu vergrößern und somit den Paranuss-Effekt zu verstärken.

Nicht alle Lawinenrucksäcke haben exakt dieselbe Funktionsweise. Es gibt unterschiedlichste Systeme und unterschiedliche Marken versuchen weiterhin die Technik auszubauen und weiterzuentwickeln. Hier eine Liste aller bisher geläufigen Systeme:

  • Jetforce
  • ABS Solid System
  • Alpride
  • Float und
  • PAS

 

Der Beitrag wurde geschrieben von Alexander Johann Eser

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